HAE News

Die COVID-19-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen.
Für HAE-Patienten sind die Gefahren durch das Virus und die damit einhergehenden Einschränkungen besonders schwierig. Insbesondere zu Beginn des ersten Lockdowns im Frühjahr gab es große organisatorische Herausforderungen für Praxen und Krankenhäuser: Termine mussten abgesagt und Patienten einzeln, ohne Begleitperson, einbestellt werden.

Risiken durch verringerte Arztbesuche

Im ersten Quartal 2020 sanken die Fallzahlen im niedergelassenen Bereich je nach Fachrichtung zwischen 37 % und 64 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, bei Notfällen um 30 %.1 In Krankenhäusern waren die Fallzahlen auch bei ICD-10-Diagnosekapiteln rückläufig, die im Hinblick auf die Manifestationen eines HAE relevant sind: Im Vergleich zum Vorjahr sanken die stationären Behandlungszahlen bei Krankheiten der Haut und der Unterhaut um 50 %, des Verdauungssystems um 46 % und des Atmungssystems um 29 %.2 In Notfallambulanzen war ab Mitte März ein Rückgang der Fallzahlen um bis zu 40 % festzustellen.3

Veränderung stationärer Behandlungszahlen im Lockdown im
Vergleich zum Vorjahr nach ICD-10-Kapiteln, die im Hinblick auf
Manifestationen eines HAE relevant sind (adaptiert nach 2)

Dies kann vor allem im Hinblick auf die Diagnose problematisch sein: „Häufig wird das HAE erkannt, wenn Menschen aufgrund von Schwellungen im Bereich der Atemwege oder des Gastrointestinaltrakts vorstellig werden. Wenn die Betroffenen aus Angst vor dem Corona-Virus den Arztkontakt meiden, kann sich die Diagnose und die notwendige Behandlung verzögern“, erläutert Prof. Dr. Jens Greve, Universitätsklinik Ulm, im Rahmen einer digitalen Fachpressekonferenz Ende Oktober.
Doch es etabliert sich ein „new normal“ der Pandemie im Klinikalltag. Langsam steigen die Patientenzahlen in den Einrichtungen wieder und Patienten und Behandelnde passen sich an die neue Situation an. Dabei kommt vor allem der effektiven Prophylaxe eine große Bedeutung zu. Gut eingestellte Patienten können ihre Arzt- und Klinikbesuche so deutlich reduzieren und plötzlich auftretende Attacken häufig verhindern.

1 Mangiapane S et al. Veränderung der vertragsärztlichen Leistungsinanspruchnahme während der COVID-Krise. Tabellarischer Trenreport für das 1. Quartal 2020. Berlin 2020. Online unter https://www.zi.de/fi leadmin/images/content/PMs/Zi-Trendreport_Leistungsinanspruchnahme_COVID_2020-07-27.pdf. Letzter Zugriff 30.9.2020.
2 Günster C et al. WIdO-Report: Entwicklung der Krankenhausfallzahlen während des Coronavirus-Lockdowns. Nach ICD-Diagnosekapiteln und ausgewählten Behandlungsanlässen. Berlin 2020. Online unter https://www.aok-bv.de/imperia/md/aokbv/hintergrund/dossier/krankenhaus/wido-report_fz-entwicklung_lockdown.pdf. Letzter Zugriff 30.9.2020.
3 Robert Koch-Institut: Routinedaten aus dem Gesundheitswesen in Echtzeit (SUMO). Notaufnahme-Situationsreport (SitRep) 30.09.2020.DOI 10.25646/7154. Online unter https://www.rki.de/DE/Content/Institut/OrgEinheiten/Abt3/FG32/sumo/SitRep_2020_09_30.pdf?__blob=publicationFile. Letzter Zugriff 30.9.2020.

Mit der Neuauflage dieser Broschüre möchten Prof. Dr. Markus Magerl und Prof. Dr. Marcus Maurer allen Kolleginnen und Kollegen, die Patienten mit einem hereditären Angioödem (HAE) betreuen oder sich für das Krankheitsbild interessieren, ein hilfreiches Nachschlagewerk zur Verfügung stellen.
Die bisher erfreulich hohe Nachfrage nach dieser Broschüre hat beide darin bestärkt, die Entwicklungen der letzten Jahre in einer vierten Auflage zu verarbeiten. Unter anderem wurde das Kapitel zur Pathophysiologie überarbeitet, ein neues Kapitel zur Krankheitslast eingefügt, die Darstellung der Diagnostik neu strukturiert und den vielen Neuentwicklungen in der Therapielandschaft Rechnung getragen. Dabei wurden die aktuellen deutschen sowie die internationalen Leitlinien der World Allergy Organization (WAO) und der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) berücksichtigt. Sie können die Broschüre hier herunterladen.

Auf unserem DocCheck Kanal finden Sie weitere spannende Informationen und Kasuistiken zur seltenen Erkrankung hereditäres Angioödem (HAE) sowie wissenswertes zu Therapien, die Ihren Patienten zur Verfügung stehen. Aber machen Sie sich doch einfach selbst ein Bild.


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